Trauma

Posttraumatische Belastungsstörung – Traumafolgen

Entstehung und Symptomatik

Diese entsteht als eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine belastende Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder durch Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall, Zeuge sein eines gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung, körperlicher Gewalt oder anderer Verbrechen zu sein.

Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner treten Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten, auf. Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Drogeneinnahme und übermäßiger Alkoholkonsum können als komplizierende Faktoren hinzukommen.
Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über (nach ICD 10- Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation WHO).
Außerdem können das Ereignis und das oder die dazugehörenden Gefühle voneinander abgespalten werden (Dissoziation).

Traumatherapie gliedert sich für gewöhnlich in 3 Phasen

1. Stabilisierungsphase:

Die Stabilisierungs- und Vorbereitungsphase ist die wichtigste und umfasst, neben einer vorsichtigen Trauma Erhebung und Diagnosestellung, ausführliche Erläuterungen zum traumatherapeutischen Vorgehen sowie eine aktive Stabilisierungsarbeit und Ressourcenmobilisierung. Übungen zur Steuerung der Befindlichkeit und Affektregulierung werden konsequent eingeübt, damit Konfusion, Panik und Flashbacks reduziert werden können, das Ohnmachtserleben sinkt und die Selbstkontrolle zunimmt.

2. Trauma Bearbeitungsphase
Die Trauma Bearbeitung erfolgt durch dosierte und kontrollierte Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis. Dabei häufig angewandte Methoden sind die Screen/Bildschirmtechnik und EMDR. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess der traumatischen Erlebnisse gefördert und die Speicherung der Traumata im Gehirn verändert sich.

3. Integrationsphase
Die Erfahrungen werden in die Gesamtpersönlichkeit integriert. Es geht um die weitere Verarbeitung des Geschehenen und ähnelt eher einer „normalen“ Psychotherapie. Häufig muss Trauerarbeit geleistet werden.

 

Christian Schigutt
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